"Man kann soziale Ungleichheit als Folge einer natürlichen Rangordnung sehen und würde sie dann als gegeben akzeptieren müssen. Mann kann sie als Folge des Besitzes von Privateigentum sehen und würde dann zu dem Schluss kommen, dass sie durch Abschaffung von Privateigentum zu beseitigen wäre."

Grammatikaufsatz - Woche 4 [Übung mit Präteritum]

Die philosophische Auseinandersetzung zwischen Heidegger und Adorno war eine der wichtigsten des zwanzigsten Jahrhunderts hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Metaphysik und auf die Möglichkeit, einen Grund der Existenz vor der dialektischen Beziehungen zwischen dem Subjekt und dem Objekt zu begreifen. 1927 erschien das Manuskript Sein und Zeit, in dem Heidegger versuchte, seine Analyse durch die Kopula („sein“) zu begründen. Das hatte zur Folge, dass sowohl das Subjekt als auch das Objekt in eine untergeordnete Position in Bezug auf die Kopula abgedrängt wurden. Diese Formulierung der Frage des Seins erreichte keine bedeutungsvolle Lösung für die Probleme der Ontologie angesichts der Abhängigkeit des Subjekts und des Objekts von einem abstrakten Begriff: als „dritter Bestandteil“ zwischen dem Subjekt und dem Objekt war die Kopula eigentlich eine leere Kategorie ohne phänomenologische oder empirische Grundlage.

Heideggers philosophisches Subjekt fiel vor dem zweiten Weltkrieg auf eine Inhaltslosigkeit, die mit faschistischer Ideologie gefüllt wurde, zurück. Nach dem Krieg und der Veröffentlichung mehrerer marxistischen Texte der Frankfurter Schule hing die allgemeine philosophische Stimmung in Deutschland nicht mehr von einem irrationalen, abstrakten Begriff des Seins ab. Die neuen Texte verbrachen Heideggers ontologische Phantasie, obwohl er ziemlich einflussreich bis zum Ende seines Lebens blieb. Jedoch geriet immer in Verdacht die Beziehung zwischen Heideggers Metaphysik und seiner faschistischen Politik wegen seiner Zugehörigkeit zu Nationalsozialismus.

1964 erschien das Manuskript „Jargon der Eigentlichkeit“,in dem Adorno Heideggers Begriff des Seins durch dialektische Kritik behandelte und konsequent auflöste. Im Gegensatz zu Heidegger beschrieb Adorno die Kopula nicht als bewegungslose Grundlage der Existenz sondern als Verbindung der dialektischen Bewegungen zwischen dem Subjekt und dem Objekt. Durch Adornos Kritik genas das Subjekt sein empirisches Inhalt, das Heideggers Analyse durch die Unterdrückung des Subjekts verloren hatte. Die Motivation dieser Kritik gegen Heidegger war nicht nur philosophisch sondern auch persönlich wegen der Verfolgung der Kommunisten und der radikalen Philosophenwährend des Holocausts. Heidegger antwortete nie auf Adornos philosophische oder persönliche Kritiken außer einigen oberflächlichen Beleidigungen in Bezug auf Adornos philosophische Bildung.

Literaturkurs: Sprache, Hybridität, Phantasie

In Mutterzunge versucht die Erzählerin, die Wurzeln ihrer türkischen „Mutterzunge“ durch arabische Schrift zu lernen und kulturelle Authentizität durch Sprache zu greifen. Die Erzählerin erfährt Sprache durch Spannungen nicht nur zwischen ihrer Muttersprache (Türkisch) und ihren Fremdsprachen (Deutsch und Arabisch) sondern auch zwischen schriftlichem und gesprochenem Türkisch. Obwohl die Erzählerin ihren Großvater auf Türkisch verstehen kann, schreiben sie mit verschiedenen Schriften nach Atatürks Modernisierungspolitik: „mein  Großvater konnte nur arabische Schrift, ich konnte nur lateinisches Alphabet, das heißt, wenn mein Großvater und ich stumm wären und uns nur mit Schrift was erzählen könnten, könnten wir uns keine Geschichte erzählen“ (14). Außerdem fühlt die Erzählerin sich, als ob Türkisch wie eine Fremdsprache klingt und als ob sie es einfach verloren hat. Die Grenzen zwischen „Muttersprache“ und „Fremdsprache“ sind deshalb ziemlich zweideutig, und in vielerlei Hinsicht sind die Zweideutung und die Bedingungen ihrer kulturellen „Hybridität“ Produkte der Gewalttätigkeit und der Entfremdung. Während der Geschichte ist es impliziert, dass die Erzählerin, die als Kommunistin identifiziert wird/würde, wegen der unterdrückenden Regierung die Türkei verlässt. Die Beschreibung der Sprachmodernisierung Atatürks ist auch wichtig wegen des gewalttätigen Tons, so schreibt sie, „Diese Verbot [der arabischen Schrift] ist so, wie wenn die Hälfte von meinem Kopf abgeschnitten ist“ (31).

Mann könnte argumentiert, dass der Wunsch, Arabisch zu lernen, eine Reaktion gegen diese begründete in Gewalttätigkeit Hybridität darstellt. Die Erzählerin beschreibt die arabische Etymologie der türkischen Wörter als ihre „Kindheit“ im Verhältnis zu ihrer Forschungsmotivation (48). Aber obwohl sie diesen Versuch als eine Rückkehr zu ihrem Großvater und zu ihrer Mutter beschreibt, ist die Geschichte keine bloße Rückkehr zu einer „authentischen“ und eindeutigen Vergangenheit/Identität, sondern andere neue Wandlung der Hybridität, die übersichtlich durch den Bildungsprozess entsteht. So schreibt die Erzählerin, „Ich lernte nicht nur mein Schriftstück, lernte die Wörter, die hinter dem Vorhang gesprochen wurden, mit, dann kam wieder ein türkisches Lied, und das mischte sich in die arabischen Wörter“ (34). Die neuen „Mischungen“ ihrer Identität sind sowohl sprachlich als auch religiös und gemeinsam kulturell. Nach dem Anfang ihrer arabischen Unterrichte und ihrem Verlieben in Ibn Abdullah erlaubt die Vorstellungskraft der Erzählerin eine Überschreitung der Grenzen der materiellen Realität, um neue Konstellationen der Identitäten zu beschwören und zu erforschen. Deshalb gibt die arabische Schrift nicht nur eine Gelegenheit, fließender mit ihrer Familie zu kommunizieren, sondern auch die Möglichkeit eine „alternative Modernität“ zwischen Traditionen und Kulturen durch Phantasie zu gründen. Wahrend einer Phantasie über Ibn Abdullah beschreibt die Erzählerin ihr „Gesicht unter Kopftüchern“, eine „halb Mann-, halb Frauenkostüm“, das sie trägt, und ein Lied aus dem Koran (23). Diese Phantasie stellt ein wachsendes religiöses und kulturelles Bewusstsein dar, und im Allgemeinen signalisieren solche Beschreibungen, dass die Hybridität nicht nur durch Erlebnisse sondern auch durch Wünsche und Phantasien funktioniert. Trotzdem gibt es immer noch Spannungen in Bezug auf die Kontrolle, die Macht und die Autonomie der Erzäherlin, weil Ibn Abdullah seine eigene Stimme in ihren Phantasien hat. Oft werden die Gedanken der Erzählerin gezwungen, als ob sie aus einem anspannenden innerlichen Kampf mit ihrem Wunsche nach ihm stammen. Daher gibt es keine bloße oder einfache Lösung für die Spannungen ihrer hybriden Identität(en).

Es würde problematisch, nur über Phantasie nachzudenken, weil die Auswirkungen der Arabischkenntnisse der Erzählerin sowohl mental als auch physikalisch sind. Statt das Wort ‚Sprache’ zu benutzten übersetzt die Erzählerin aus dem Türkischen ‚Zunge’. Die Zunge bezeichnet ein körperliches, physikalisches Element der Sprache und ist nicht nur eine kommunikativ Werkzeug. Arabisch öffnet neue Möglichkeiten des Seins in der Gegenwart hinsichtlich ihrer Liebe, ihrer Politik und ihrer Identität—und nicht nur ihrer Phantasie.

Landeskunde: Antibabypolitik 

 *Alle Zitaten sind aus Die moderne Gesellschaft in Deutschland – Strukturen und Wandlungsprozesse. Bamberg: Buchners Verlag, 2012.

In vielerlei Hinsicht ist die Frage der Kinder als Teil des Wandlungsprozesses ein gegenwärtig spannendes Thema in Deutschland. Heute ist die nationale Geburtenrate 1,4 zu niedrig, die Bevölkerung auf einem stabilen Niveau zu halten (75). Daher gibt es Auseinandersetzungen über die ökonomischen und kulturellen Auswirkungen des Bevölkerungsrückgangs. Einerseits argumentieren einige Leute, dass die gemeinsame Stimmung der Kinderunfreundlichkeit eine Behauptung gegen die ökonomischen und sozialen Anforderungen von Kindern ist. Anderseits glauben andere Leute, dass die ökonomischen Konsequenzen des Bevölkerungsrückgangs eine Katastrophe für Deutschland werden und dass die Kinderunfreundlichkeit bloß Egoismus im Widerspruch zu nationalem Vorteil ist. Deshalb handelt die Debatte sich nicht nur um persönliche Wahl sondern auch um die Wandlungen der Gesellschaft und der Wirtschaft. Laut der Regierung sind Kinder kein Luxus sondern „unbezahlbar“, aber wofür und für wen? Die Bedingungen der Spannungen zwischen dem Individuum und der Gesellschaft müssen problematisiert werden: muss man Kinder haben, um einen pflichtbewussten deutschen Staatsbürger zu sein? Hinsichtlich der Unterdrückung des kapitalistischen Staats, sollen Menschen mehr Arbeiter für die Wirtschaft (re-)produzieren? Kann Kinderunfreundlichkeit eine Form des Widerspruchs gegen den Staat und den Kapitalismus sein?

Zuerst muss es geklärt werden, dass diese Debatten durch zukünftige Unsicherheit gefahren werden. Obwohl mehrere Wirtschaftwissenschaftler argumentieren, dass die Wirtschaft eindeutig an dem Kindermangel leiden, ist das kein Schicksal Björn Schwentker zufolge. Er argumentiert, dass „die Forschung“ die These des Wohlstandsverfalls durch Kinderlosigkeit nicht stützt und dass es wahrscheinlich ist, dass die Wirtschaft an die Änderungen der Bevölkerung anpassen wird (43). Obwohl Schwentker mit einem sicheren Ton schreibt, befindet seine Arbeit sich in einer allgemeinen Debatte der Unsicherheit und der Panik. Ich interessiere mich weniger für die Statistiken und die „wissenschaftliche“ Prognosen der demographischen Wandel als für die Angst und die Diskurs seitens der Regierung und der Wirtschaftsführer im Vergleich zu einer weitverbreiteten Kinderunfreundlichkeit der Bevölkerung. Dieser Widerspruch betönt, dass Kinder nicht nur mit Liebe und Gemeinschaft sondern auch mit sozialer und ökonomischer Macht und Kontrolle innerhalb einer kapitalistischen, staatliche Einrichtungen zu tun hat: wie kann das Bürgertum Mehrwert entnehmen, wenn es keinen Arbeiter oder Kunden gibt? Der Kapitalismus fordert ständiges Wachstum oder er leidet an Krise, die seine allgemeine Gestalt, das heißt „Konjunkturverlauf“, in Wirklichkeit ist. Zweifellos fassen die ökonomischen Aspekte der Debatte zahlreiche Probleme auch für Staatsbürger um. Die mögliche Krise würde alle in Bezug auf soziale Dienstleistungen und Arbeitsgelegenheiten betreffen, solange der Kapitalismus immer noch existiert.

Trotzdem ist die Stimmung der Kinderunfreundlichkeit in Deutschland immer stark sowohl wegen ökonomischen und sozialen Gründen. Da Kinder teuer in Bezug auf Zeit und Geld sind, empfiehlt Johanna Adorján bessere soziale Dienstleistungen und Unterstützung für Eltern, wie zum Beispiel „finanzierte und völlig kostenlose Kinderbetreuung“ (37). Aber auch wenn solche Unterstützung existieren würde, wäre die Idee, dass Kinder „Freude“ und „Glück“ bringen, nicht mehr zutreffend und „kaum erfahren“ (78). Diese Haltung taucht in dem Artikel „Bekenntnisse eines Kinderlosen“, in dem Hans-Ulrich Treichel seine „gewollte Kinderlosigkeit“ beschreibt, aus. Treichel nennt sein Lebensjahre zwischen dem 20. und dem 35. eine „Einhelligkeit“, die durch die Geburten der Kinder seiner Mitbewohner zerstört wurde. Laut ihm wäre es unmöglich, ein „erträgliches“ Leben mit Kindern zu haben, weil Kinder so fordernd und sogar „vampiristisch“ sind. So schriebt er, „So hatte ich mir immer den Sozialismus vorgestellt: tagsüber studieren und schreiben und gelegentlich zur Psychotherapie gehen und abends ohne Kinder am Tisch zusammen essen und über die Schrecken der eigenen Kindheit sprechen“ (76).

Als Kommunist und Antifuturist mit einer starken Antibabypolitik ist meine Phantasie des Kommunismus ziemlich ähnlich wie Treichels Phantasie des Sozialismus aber aus anderen Gründen. Treichels Kritik sieht oft egoistisch, verbittert und kurzsichtig aus, weil er über seine persönliche, individuelle Erfahrung ohne theoretische Kritik redet. Ich hasse Kinder nicht persönlich (eigentlich ich mag Kinder einschließlich meiner Cousinen) sondern als heterosexuelle und kapitalistische Institution. Ich finde es gewalttätig, dass Babys keine Wahl haben, ob sie geboren sind und ob sie das Leiden des Lebens erfahren wollen. Seine Geburten sind nur anderes Teil der Gewalttätigkeit der Heterosexualität—und immer mehr Homosexualität—und der Wunsch, Unsterblichkeit zu erriechen. So argumentiert Jack Halberstam, gibt es eine temporale Logik der Heterosexualität, die mit Angst vor der Zukunft und die Unsterblichkeit durch Reproduktion zu tun haben, und heutzutage ist die Verbindung zwischen Reproduktion und Angst vor der Zukunft klar in Deutschland. Laut Halberstam sind Babys die endgültige Manifestation des Egoismus der heterosexuellen Temporalität. Meiner Meinung nach soll Menschlichkeit eine antiheterosexuelle Temporalität adoptieren, so dass wir nach und nach aussterben. Die Dialektik zwischen Leben und Gewalttätigkeit ist überwindbar nur in unserem Aussterben—oder vielleicht nach der kommunistischen Revolution, wenn jede gesellschaftliche und wirtschaftliche Einrichtung ändert wird.

Neben meinem Hass habe ich ein großes Mitleid mit Kindern und mit Menschlichkeit im Allgemeinen. So argumentiert Adorno, müssen wir heutzutage fragen, ob das Leben immer noch lebenswert ist. Außerhalb der Frage der Heterosexualität ist es unmoralisch und grausam ein Baby zu bekommen, so dass sein Leben als entfremdete Arbeit für das Bürgertum verbringt. Wir müssen wir ein lebenswertes Leben von die Trümmer des Kapitalismus wiederaufzubauen und wir müssen auch unsere Verständnis der Sexualität auch ändern. Wenn die Kinderlosigkeit eine Krise und antikapitalistische Feindseligkeit verursachen, sage ich: Deutsche, bekommen Sie keine Kinder mehr!

Landeskunde – 20. Juli

Wie verstehen Sie die Rolle von Beruf und Karriere in Ihrem eigenen Leben? Ist es Grund des Lebens? Ein sehr wichtiger Teil? Nur das, was sie machen, um Ihr Freizeitleben zu finanzieren? Was wollen Sie werden? Denken Sie viel über Ihre Karriere nach?

In einer kapitalistischen Welt bedeutet Arbeit als Abstraktum ökonomische und soziale Entfremdung zwischen dem Arbeiter und seinen Kaufwaren. Ich werde Professor von Beruf aber der Kapitalismus dringt sogar in die akademischen Einrichtungen ein; in Wirklichkeit ist Akademia als ideologisches Werkzeug—das heißt Produzent des ideologischen „Erkenntnisses“—ein unverzichtbares Teil des Kapitalismus. Deshalb machen die meisten Arbeiter darin fade, unradikale und undrohende Arbeit gegen die Unterdrückung des Systems und oft unterstützen sie solche Unterdrückung durch eine Resignation zum System. Ich denke viel über meine zukünftige Karriere wegen des Widerspruchs zwischen meiner Politik und dieser akademischen Industrie. Ich bin immer noch unsicher, ob ich in Akademia integrieren werde oder ob ich gegen das System (außerhalb des Systems vielleicht als unabhängiger Bauer) widerstehen werde. Wie kann man ein authentisches Leben als Radikal angesichts der Unumgänglichkeit des Kapitalismus machen? Trotzdem gibt es einige Möglichkeiten, staatfeindliche und umstürzlerische Arbeit innerhalb der akademischen Welt zu machen. Man muss einfach nicht vergessen, dass es ist gegen die Revolution, zufrieden und als Unterstützer der Industrie zu bleiben.

Die Arbeit ist kein Grund des Lebens für die Arbeiter sondern für das Bürgertum, das den Mehrwert der Arbeit des Arbeiters aufnimmt. Nach einer Revolution würde es möglich, dass die Rolle von Beruf und Karriere sich verändern würde, so dass Menschen Macht über seine eigene Arbeit hätten. Bis dahin soll man sowohl Arbeit als auch Freizeitleben (d.h. kapitalistischen Konsum) als Entfremdung und Unterdrückung kritisieren.

the people here are like ‘i wanted to study philosophy but all the continental schools suck so now i’m in an interdisciplinary program’ and it’s like…okay? congrats, you don’t study philosophy anymore.

„So hatte ich mir immer den Sozialismus vorgestellt: tagsüber studieren und schreiben und gelegentlich zur Psychotherapie gehen und abends ohne Kinder am Tisch zusammen essen and über die Schrecken der eigenen Kindheit sprechen“

-Hans-Ulrich Treichel

…..das ist was der Sozialismus sein soll….

brief note in english:

there are a lot of anti-communists here. not surprising. i keep having people throw the “stalin killed the entire soviet union” thing and “communism is ideally good but not practical” thing at me. it’s really draining being here.

Durch die Mythologisierung der Arbeit als übernatürlicher Schöpfungskraft kontrolliert das Bürgertum das Leben des Arbeiters. Die Grundlage der marxistischen Kritik der Arbeitswerttheorie als bürgerlicher Ideologie hängt von dieser Kritik ab. Wenn man nur seine Arbeitskraft besitzt und wenn der Wert der Kaufware nur daraus entstammt, wird der Arbeiter, so erklärt Marx: „der Sklave der andern Menschen…die sich zu Eigentümern der gegenständlichen Arbeitsbedingungen gemacht haben“.[1]  Die Identifizierung des Lebens mit der Arbeit bedeutet, dass der Arbeiter nur durch den „Erlaubnis“ des Bürgertums leben darf.[2]  Deswegen kritisiert Marx die Entmenschlichung des Systems nicht nur als materiell sondern auch als ideologisch hinsichtlich dieser Begriffe.

Statt die Arbeit als übernatürlich zu verstehen, muss der Arbeiter anerkennen, so schreibt Adorno, dass das Leben innerhalb einer unauflöslichen Dialektik zwischen der Arbeit und der Natur existiert.[3] Obwohl die Arbeit und die Natur getrennt sind, stehen sie sowohl in Bezug aufeinander als auch durcheinander. Das Leben, ein Produkt dieses dialektischen Prozesses, ist kein bloßes Sein, sondern ein Werden zwischen der Aktualität der materiellen Konditionen der Welt und der Potentialität der Arbeit als kreativer Macht. Jedoch verhindert die kapitalistische Ideologie diese Erkenntnis, so dass der Arbeiter sein Leben als ein Sein „für ein anderes“, das heißt das Bürgertum, erfährt. Unter solcher Ideologie und solcher materiellen Unterdrückung ist seine Arbeit nicht mehr kreativ in Bezug auf Selbstbewusstheit, sondern so „erstarrt“ und „getötet“ wie das unerfüllte Potenzial seines Lebens.


[2] ibid

[3] Theodor W. Adorno, Drei Studien zu Hegel.